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Kurzberichte Regatten Langstreckencup Zürichsee 2003

Nach dem Start zum Schoggi-Cup (Bild ZSV)Spi-Gruppe vor Herrliberg (Bild ZSV)Die Rennyachten können ausgeritten werden (Bild ZSV)Dynamic, eines der Klasse-Boote unter Spi bei Schwachwind (Bild ZSV)Zieleinfahrt beim Schoggi-Cup vor der Schoggifabrik (Bild ZSV)

 

 

Sa, 17.5.03
Schoggi-Cup
9.0 sm, Start Kilchberg

Toni Baur
Paul Fuchs
Daniela Fuchs

Resultat: Platz 2 (von 12 in der Klasse S5), mit 3h10' an 79. Stelle von 87 gestarteten Schiffen. Wind: NW 0-3bf, bedeckt, ohne Regen.

  

tb. Der Start erfolgte für uns irgendwo in den hinteren Reihen. Bis wir die Startlinie kreuzten, waren die Rennjachten schon fast nicht mehr sichtbar. Mit dem Das farbenprächtige Schiff des Sponsors (Bild ZSV)Spi und wechselnden und schwachen Winden (wir steuern  das hinterste Schiff!) erreichen wir die Tonne in Herrliberg. Der Wind frischt auf. Eine spannende Kreuz folgt bis zur Tonne Thalwil (wir überholen wieder 3 Schiffe), und noch spannender wird es im Kreuzkurs zurück nach Zollikon: Am Schluss sind wir 200 m luvseitiger als unsere Konkurrentin, die beige Varianta, da wir jeden kleinen Winddreher gleich ausnutzten und den Segeltrimm zu optimieren versuchten. Mit frischem Wind (und starker Abdrift) erreichten wir gerade noch die Tonne vor dem Mönchhof, und mit einem schnellen Halbwindkurs gings wieder südwärts zur Ziellinie bei der Schoggifabrik in Kilchberg. Hier konnten wir noch zuschauen, wie zwei Crews ihren Spi im böigen und starken Seitenwind ins Wasser legten (mitsamt Boot!) und deshalb die Tonne an der falschen Seite kreuzten.

 

 

Do, 29.5.03
Auffahrts-Regatta
8.67 sm, Start Pfäffikon

Paul Fuchs
Toni Baur
Stefano Trentini

Resultat: Platz 6 (von 12 in der Klasse S5), mit 5h19' an 88. Stelle von 94 Schiffen. Wind: N, 0-2 bf, sonnig.

Auch dieser Crew geht's nicht besser: Ausharren im Schatten des Segels und warten auf den nächsten Windhauch (Bild ZSV)  

Beim Start: Die Segel spiegeln sich im Wasser, es hat null Wind (Bild ZSV)tb. 15 Minuten nach dem Start erreichten auch wir die Linie: für unsere Etap hat's einfach zu wenig Wind. Spiegelnde Wasseroberfläche, heisse Sonne, und Paul ohne Feuerzeug. Als allerletzte Crew erreichen wir abgeschlagen die Boje vor Wädenswil, nach unserer Durchfahrt wird sie abgeräumt (Frust!!).
Die Bise kommt auf, nach einem Halbwindkurs zum Ramenstein vor Männedorf gibt's eine schöne Spi-Fahrt an den Untiefen von Stäfe vorbei, aber wir bleiben die letzten, welche die Ziellinie überfahren. 6 Schiffe werden nicht gewertet (aufgegeben oder disqualifziert). Das stürmische Gewitter erfolgt erst zur Preisverteilung. Dafür müssen wir nicht mehr nach Hause segeln, Elke und Hanspeter übernahmen das Boot und hatten einen schönen Segeltörn den ganzen See hinunter.

 

 

Sa, 7.6.03 
Zürich-Meilen-(Rapperswil)
ZW 6.7 sm, Start Zürich

Stefano Trentini
Toni Baur
Paul Fuchs

Resultat: Platz 9 (von 22 in der Klasse S5), mit 6h31' an 138. Position von 198 gestarteten Schiffen (viele haben aufgegeben). Wind: W 0-1bf, sehr sonnig (grausam heiss).

 

Irgendwo in diesen 200 Schiffen dümpelt auch die Etap20 (Bild ZSV)
tb. Faszinierend, so ein Massenstart mit 200 Segelbooten, ein Helikopter filmt den Start. Aber wir sind diesmal nicht allein, auch andere Yachten haben einen schlapp herabhängenden Spi vor dem Bug. Jeden Lufthauch versuchen wir meterweise in Distanz umzuwandeln. Winddreher liessen uns immer wieder den Spi bergen und das Fock hochziehen. Auch Versuche, den Spi als Gennacker einzusetzen, brachten uns manchmal einige Meter näher zum Ziel. Trotzdem reichte es alleweil zum Baden, um die überhitzten Körper abzukühlen. Hart, wirklich hart verdient erreichten wir nach 6.7 Meilen das Zwischenziel bei Obermeilen, wo auch wir dann die Segel streichen mussten. Aber von unserer Kategorie erreichte niemand das Ziel Rapperswil, so zählt die Zeit von Obermeilen. Das schnellste Schiff, eine Libera C, erreichte Rapperswil (14.2 sm) schon nach 3 Std. 20 Minuten, und das ohne Wind. Wie machen denn die das?
Dieses Bild sahen wir nie, wir blieben am Schluss (Bild ZSV)

 

 

Sa, 21./22.6.03 
Tag- und Nachtregatta
28.6 sm, Start Zürich

Paul Fuchs
Stefano Trentini
Roger Beier

Resultat: Platz 1 (von 6 in der Klasse S5), mit 14h20' an 73. Position von 87 Schiffen (einige haben nur die Zwischenwertung in Rappi erreicht). Wind: N bis NW später S bis SO; Temperatur: 30 Grad, abkühlend, in der Nacht fast schon kalt..

Im Abendlicht den Bergen und Rapperswil zu (Bild ZSV)

ST - Wir waren mit über 80 Boote am Start im engen Zürcher Becken. Da wir guten Wind hatten (Windstärke 2) waren die Boote schnell unterwegs. Wir mussten gut maneuvrieren um von allen klar zu bleiben. Diesmal haben wir den Start sehr gut erwischt: Wir sind mit dem Feld über die Startlinie gesegelt. Es hat sich aber auch gezeigt, welches Handikap man mit einem kurzen Mast im Feld am Start hat. Wir standen teilweise trotz Wind völlig still.
Mit räumlichem Kurs sind wir Richtung Rapperswil gesegelt. Beim setzen des Spi waren wir während dem ganzen Rennen irgendwie immer etwas langsam. Doch wenn er mal stand haben wir gut Fahrt gemacht. Wir haben untereinander gewitzelt, dass wir gerne Retour wieder mit dem Spi segeln wollten. Später ist das dank einem Winddreher auch effektiv geschehen.
die flache Abendsonne wirft Schatten in den Spi (Bild ZSV)Auf der Fahrt nach Rapperswil haben wir, nach Meilen, immer wieder auf das Auftauchen der schnellen Booten gewartet. Um so mehr staunten wir als wir auch auf der Höhe von Stäfa noch nichts von Ihnen sahen. Erst nach Einbruch der Nacht gegen 23:00 Uhr, fast schon vor Rapperswil sind sie dann aus der Nacht aufgetaucht. Der Anblick war ziemlich atemberaubend. Der Wind hatte sich bis dann fast vollständig gelegt und die Schiffe fuhren schnell an uns vorbei.
Wir haben die Marke um ca. 23:30 Uhr gerundet und sind weiter Richtung
Zürich gesegelt. Bis ca. um 3 Uhr hatten wir sehr schwachen Wind. Wir haben dann auch versucht mit dem Spi "am Wind" zu segeln, um doch etwas ähnliches wie eine Genua einzusetzen. Das GPS zeigte eine Geschwindigkeit von 0.4 Knoten. In den frühen Morgenstunden ist dann wieder eine Brise mit 1-2 Beaufort aufgekommen, sodass wir bis nach Zürich kreuzen konnten. Leider haben wir dann für das Zürcher Becken fast 45 Minuten gebraucht, weil da absolut kein Wind war. Unsere Geduld wurde also bis am Schluss strapaziert.
Wir haben für die ganze Strecke 14 Stunden und 20 Minuten gebraucht und waren das letzte klassierte Schiff. Nach gerechneter Zeit haben wir aber unseren ersten Sieg errungen. Wir sind mächtig stolz.
Die unterschiedlichen Stimmungen am Start, im Rennen, während der Nacht haben uns für die Strapazen entschädigt.

 

 

Sa, 5.7.03
Buchberg-Derby, Obersee
6.75 sm, Start Lachen

Stefano Trentini
Elke Doeden
Mirjam Trentini

Resultat: Platz 2 (von 13 in der Klasse S5), mit 4h32'16'' an 27. Position von 29 gestarteten Schiffen. Wind: W 0-1bf.

Bei wenig Wind spiegeln sich die Spinaker im Zürcher Obersee (Bild ZSV)

ED: Der „Ausflug“ an den Obersee hat sich gelohnt! 13 Schiffe sind in der S 5 Klasse gestartet. In den anderen Klassen sind durchschnittlich 2 – 5 Schiffe gestartet. Durchs Ziel sind nur 4 oder 5 Schiffe gekommen. Von der S 5 Klasse hat es eine M 1 geschafft. Alle anderen Boote wurden in Schmerikon gewertet. Während der Regatta waren wir nie sehr weit vom Feld entfernt und konnten z. T. wesentlich schnellere Boote einholen / überholen. Bei allen war wieder einmal Geduld angesagt! Diese Geduld hat sich bei uns wieder gelohnt! Gesamt haben wir den 2. Platz gemacht (wenn wir durchs Ziel gekommen wären….) Immerhin sind wir auf dem 1. Rang von den Schiffen, die in Schmerikon bewertet wurden! Nach meiner Rechnung sind wir in der Gesamtwertung jetzt allein auf Platz 1, denn Fifty -  Fifty hat den 3. Platz gemacht und bekommt somit 6 Punkte weniger. Peperoni hat den  7. Platz gemacht und fällt auch zurück.
Zum Überführen: Ich habe mit Christian Huth am Freitag die Etap an den Obersee (Lachen) gebracht. Am Durchstich hatten wir eine Segelyacht mit gelegtem Mast hinter uns, die uns zu riefen: 1,5 m zwischen Windex und Brücke: Weiterfahren. Für uns war es natürlich nicht sichtbar und wir dachten jetzt knallts gleich!
Ein Gewitter von hinten hat uns zwischen der Halbinsel Au und dem Durchstich kräftigen Wind beschert mit Schaumkronen auf dem Wasser. Nach dem Durchstich war Richtung Zürich alles schwarz und Lachen wurde von der Sonne beschienen. Wind: 0, also sind wir in den Hafen motort und sind wieder nass geworden (in Zürich hat es bei der Abfahrt auch geregnet) beim anlegen. Ich habe auf der Etap übernachtet und Christian ist nach Zürich zurückgefahren.
Zurück am Samstag: In Lachen hat uns Heiko Frühauf mit zwei Kollegen erwartet. Mirjam ist mit dem Auto und den Segeln nach Stäfa gefahren und Stefano ist mit den Dreien auf der Etap Richtung Stäfa gefahren, wo er ausgestiegen ist. Werner Caflisch und Lebenspartnerin sind mit mir an die Rangverkündigung gekommen und dann haben wir noch David Ernest im Nebenhafen besucht. Ich wollte dann eigentlich mit dem Zug nach Zürich zurück aber bis wir kamen war der letzte Zug weg und sie haben mich mit dem Auto ans Mythenquai gebracht (Hatte mein Auto dort am Freitag parkiert). Die Persening von der Etap war in Lachen liegen geblieben. So habe ich um 0.10 h auf den Steg geschaut und traf dort Heiko an (sie waren gerade angekommen).
Die Etap steht ohne Schaden und aufgeräumt am Steg.

 

 

Sa, 12.7.03
Distanzfahrt
8.3 sm, Start Herrliberg

Toni Baur
Stefano Trentini
Sonja Frey

Resultat: Platz 4 (von 15 gemeldeten Booten in der Klasse S5), mit 4h26'09'' an 68. Position von 108 gemeldeten Schiffen. Wind: 0 (-2) bf.

Auch die Hight-Tech-Rennboote stauen sich bei der Windstille an der Boje (Bild ZSV)

ST- So was haben wir noch nicht erlebt! Wir hatten so wenig Wind, dass wir nach dem Start für ca. eine Stunde nicht mal das Boot in die richtige Richtung halten konnten (maneuvrierunfähig). Der Rest war ähnlich Nerven aufreibend.
Unsere Etap ist bei null Wind immerhin gleich schnell wie die anderen. Das ganze Feld lag mit schlafen Segeln nahe am Ufer. Einige Glückspilze, die etwas draussen lagen, erwischten nach eineinhalb Stunden etwas Wind und waren in der Lage, die erste Boje anzupeilen. Für uns andere hiess es noch länger warten. Von 108 gestarteten haben 38 aufgegeben. Ausser drei Rennbooten hat keines der Boote den ganzen Kurs in der vorgegebenen Zeit absolviert. Wir hatten schon die Hoffnung aufgegeben, das erste Zwischenziel zu erreichen und damit in die Wertung zu kommen, als eine leichte Brise aufkam. Wir haben gekämpft, um vor Regattaschluss die erste Boje zu runden. Es gelang uns, diese 4 Minuten vor Schluss zu runden.
Wir sind dann unter Spi wieder zurück nach Herrliberg gesegelt, wo Heiko und seine Crew das Boot für die Rückführung entgegennahm.

 

 

Sa, 30.8.03
Halbinsel-Au-Cup
8.0 sm, Start Rietliau

Paul Fuchs
Stefano Trentini
Toni Baur

Resultat: Platz 2 (von 11 gestarteten Booten in der Klasse S5), mit 3h11'36'' an 71. Position von 84 gemeldeten Schiffen.
Wind: S, W, 1 - 3 bf.

 

tb - Die Sturmvorwarnung blinkt, wir ziehen die Rettungsweste über. Vor einer Stunde hatte es weisse Schaumkronen auf dem See, und das andere Ufer verschwand in der Regenwand. Endlich mal etwas "Action" auf einer LC-Regatta.
Es regnet. Wir fahren aus dem Hafen Rietliau und gelangen unter Motor zur Startlinie. Es ist fast windstill, die Segel füllen sich fast nicht. Der erste Schuss des Startbootes hallt über den See. Es scheint nicht klar zu sein, welche Richtung einzuschlagen ist, die Boote liegen kreuz und quer vor der Startlinie. Doch die Wasseroberfläche beginnt sich zu kräuseln. Beim dritten Schuss, dem Startschuss, ziehen wir mit den anderen Schiffen los - Richtung Boje auf der anderen Seeseite. Der Wind weht von Süden, also gehen alle Spinaker rauf. Das war ein guter Start, nur einige wenige Sekunden nach dem Schuss überqueren wir die Linie und fahren mit dem Feld. So etwas erleben wir mit unserem Schiff eher selten: Rund um uns herum viele Schiffe, einige hinter uns, und alle mit dem grossen farbigen Tuch vor dem Stag, und wir mittendrin.

Spi-Fahrten vor der Halbinsel Au (Bild ZSV) 

 

Die Boje kommt immer näher. Die Rennschiffe haben sie umrundet. Einige Schiffe sind zu weit leeseitig gekommen, sie nehmen den Spi runter und versuchen hart am Wind doch noch um die Boje zu kommen. Der Wind dreht etwas mehr nach Südost, und so müssen einige doch noch wenden und vor der Boje aufkreuzen. Wir fahren in Armdistanz unter Spi um die Boje, sicher mehr als 10 Schiffe liegen hinter uns.
Weiter mit Spi geht's nach Norden, dazwischen shiften wir die Segel. Vor uns liegen etwa 7 Boote jeder Grösse mit schlappen Segeln, so werden wir, mit rund 5 Knoten Fahrt, nach steuerbord ausweichen. Aber kaum fertig gedacht, stellt der Wind plötzlich ab und wir gleiten langsam wie mit einem Aufschiesser zu den anderen Booten - auch wir stehen still, und das rund 50 m vor der Leeboje bei Käpfnach. Mit den folgenden ganz schwachen und vor allem drehenden Winden rutschen wir langsam um diese Boje, zusammen mit vielen anderen Booten dicht an dicht, laufend ruft jemand "Raum!", oder eilen Leute zum Bug, um beim anderen Boot zu fendern oder abzustossen.
Westwind kommt auf, der Spi ist wieder oben, und mit Halbwind geht's zurück nach Süden zur Boje Ramenstein. Der Wind dreht nach SW, der Spi wird wie ein Gennaker gefahren, und dann kommen die Böen. Zuerst die drei Schiffe vor uns, nachher gleich wir: Die Lee-Reling taucht ins Wasser, der Spi drückt, das Boot luvt an, der Mast steht wieder senkrecht, die nächste Böe packt uns und macht mit uns das gleiche Spiel nochmals. Wir nehmen den Spi so schnell wie nie runter, setzten gleichzeitig das Fock und fahren hart am Wind weiter, zu dritt auf der hohen Kante.
Beim Runden der Boje überholen wir wieder drei Schiffe (wir haben etwas mehr Glück mit dem drehenden Wind) und fahren mit schönem gleichmässigen Westwind (3 bf) aufkreuzend zur Ziellinie. Mittlerweile brennt die Sonne nieder, die Regenhosen und die Oeljacken liegen in der Kajüte, und wir vermissen die Sonnenbrille und den Sonnenhut. Etwa 150 Meter vor der Linie Zielboot - Boje müssen wir das letzte Mal wenden. Vorsichtig schätzen wir den Kurs ab, um mit dem grossen Wendewinkel und der Abdrift wirklich über die Linie fahren zu können. Aber es reicht wunderbar, mit fast 5 Knoten Geschwindigkeit rauschen wir über die Ziellinie.

 

 

Sa, 13.9.03
Distanzfahrt
11.7 sm, Start Wollishofen

Toni Baur
Paul Fuchs
Elke Doeden

Resultat: Platz 1 (von 18 gestarteten Booten in der Klasse S5), mit 4h29'57'' an 97. Position von 104 gemeldeten Schiffen.
Wind: NE, NW, 1 - 4 bf, Wetter: mehrheitlich sonnig.

VV  Unsere kleine Etap: das dritte Schiff von links. VV
Unsere kleine Etap: das dritte Schiff von links (Bild ZSV)
 

  Unsere kleine Etap kurz nach dem Startschuss: unten rechts mitten im Feld->

ED - Treff des Regattateams: Toni, Paul und Elke zwischen 9.30 h und 10.00 h auf der Etap. Die Segel sind schnell gewechselt und es geht unter Motor an die Startlinie. Wir reihen uns in der vordersten Reihe ein. Zu unserem Erstaunen können wir ohne Probleme an der Startlinie hin und hersegeln und haben so einen sehr guten Start. Es waren doch 104 Segelboote am Start!
Unsere kleine Etap kurz nach dem Startschuss: unten rechts mitten im Feld (Bild ZSV)Der Wind ist schwach und böig aus nördlichen Richtungen. Eine Minute nach dem Startschuss um 11.00 h können wir den Spi setzen. Wir haben Glück mit dem Wind, kommen gut voran und bleiben am Feld dran. Auf Höhe Oberrieden frischt der Wind auf, jedoch bleibt er böig. Kurz vor der ersten Boje vor Horgen bergen wir den Spi. Wir passieren die Boje ohne Probleme und sind mit guter Geschwindigkeit schnell an der zweiten Boje vor Feldmeilen, wo wir plötzlich ein lautes Geschrei hinter uns hören: Ein Boot ist in ein anderes gefahren und hat Schäden an beiden Booten verursacht, sodass beide ausscheiden/aufgeben mussten.
Jetzt geht es bei gutem und weiterhin stark böigem Wind aus N bis NE auf die Kreuz. Der grösste Teil des Feldes entfernt sich jetzt zusehend, doch die Letzten sind wir nicht! Während dem ganzen Weg zurück ins Zürichbecken bis zur 3. Boje haben wir die Varianta 65 "Lou Lou" und die Neptun 22 "Peperoni" in Sichtweite. An der Boje 3 schlägt uns die Varianta dann doch noch um "Haaresbreite". Der Zieleinlauf ist kurz nach der 3. Boje: Die Varianta 65 schlägt uns um 5 Sekunden! Die Neptun 22 kommt einige Minuten später über die Ziellinie. Um 16.00 h waren wir wieder am Steg.
Am Abend waren wir zum Nachtessen im Zelt vom SCE am Rand der Landiwiese eingeladen. Während dem Nachtessen hat jeder von uns einen Tip abgeben welchen Platz wir ¨wohl gemacht haben. Paul war am Zuversichtlichsten, er tippte auf Platz 1 und die Bestätigung kam um kurz nach 22.00 h: 1. Rang in der Klasse S 5 und zusätzlich einen Wanderpreis, der selbstverständlich im nächsten Jahr verteidigt werden muss!

 

 

Sa, 20.9.03
Kreuzerpokal vor Horgen
 

Stefano Trentini
Paul Fuchs
Elke Doeden

Resultat: nicht bewertet, kein Schiff der Klasse S5 erreichte das Zwischenziel. Wetter: schön und sonnig. Wind: 0 - 0.5 bf.

Gesamtresultat: 1. Platz der Klasse S5 
Das Regatta-Team vlnr: Elke, Paul, Stefano, Toni

Das Regatta-Team (vlnr): Elke, Paul, Stefano, Toni, mit der Kanne des 1. Preises der Klasse S5 und dem gewonnenen Gutschein
zur Jahres-Rangliste Langstreckencup 2003, Klasse S5

 

EIN GROSSES DANKESCHÖN:

Wir vom Regatta-Team, Elke, Toni, Stefano und Paul, danken all jenen, die uns während der gesamten Regatta-Saison in irgend einer Art und Weise unterstützt und zur Seite gestanden haben. Angefangen bei den Delegierten des SC USZ für den Grundsatzentscheid, dass wir mit dem Clubboot Etap regattieren durften, über Bernhard, der die Etap immer still und leise in Bestform hielt, über Daniela, Sonja, Miriam und Roger, die für fehlende Crewmitglieder an Regatten teilnahmen, Toni für die Betreuung der speziellen Regatta-Seite auf der SC USZ-Home-Page, über die vielen Personen, die jeweils die Hin- und Rückführungen der Etap durchführten, bis hin zu den Ehefrauen, Partnern, Kindern und Hunden, die uns manchmal das halbe Wochenende entbehren mussten.
Der letzte "Leidtragende" dieser Erfolgsgeschichte ist nun Peter, der als Präsident die Aufgabe aufgebürdet erhielt, die Wanderpokale gravieren zu lassen und nun Platz schaffen muss, dass die Becher und Pokale auch ausgestellt werden können...

PF -   Bereits Freitag nacht fuhr Paul mit der Etap zum Segelclub Horgen. Als er um 22:30 Uhr ankam, war der ebenfalls frühzeitig angereiste harte Kern des SCOZ immer noch feucht-fröhlich am Feiern. Mit dabei waren auch unsere Konkurrenten von der Peperoni und der Fifty-Fifty. Paul´s Erscheinen brachte nicht sonderlich gute Stimmung. Nach ein paar frustrierenden Worten seitens der Konkurrenz (wie ungerecht der uns zugeschriebene ORC-Wert sei, Neulinge usw ...) konnte dann doch mit einer offerierten Bier-Runde freundschaftlich bis nach 1:00 Uhr weitergefeiert werden. Paul blieb zum Glück "seriös" beim Bier, denn die Konkurrenten, die kreuz und quer getrunken hatten, sahen beim gemeinsamen Frühstück um 08:00 Uhr im Yacht-Club Horgen nicht sonderlich erfrischt aus. Manchmal beginnt die Regatta-Taktik bereits am Vorabend...
Nach dem Eintreffen der restlichen Regatta-Crew (Elke und Stefano) ist die Etap regattaklar gemacht worden und es ging zur Startlinie. 88 Boote kämpften bei schwachem Wind um eine gute Startposition. Auch wir mit unserer kleinen "Badewanne" waren zuvorderst, was eine Grossdampfer-Capitänin nicht sonderlich erfreute und uns zurecht weisen wollte: "Was wir hier vorne eigentlich zu suchen hätten und bla bla bla..." Naja, zu so einem Frust muss man gar nichts entgegnen ausser einem müden Lächeln.
Auch die Schiffe hinter uns kämpfen mit dem No-Wind (Bild ZSV)Nachdem die Boote sehr langsam aber stetig sich aus dem Getümmel verstreuen konnten, gings mit Schwachwind Richtung Stäfa. Das Feld trennte sich. Etliche fuhren der horgener Landseite entlang, während wir mit vielen anderen auf Meilen zuhielten. Ein strategisch guter Entscheid, denn die Peperoni und andere sahen wir sicherlich 3 Stunden manöverierunfähig kurz nach Horgen am Ufer kleben. Auch bei uns hatte es nicht viel Wind, doch mit so zwischen 0.6 und 1 kn konnten wir unsere härteste Konkurrentin, die Fifty-Fifty, nach ca. einer halben Stunde überholen. Kurz nach Meilen, nach ca. 3 Stunden um jeden Windhauch kämpfend, warf die Fifty-Fifty das Handtuch und kehrte frustriert unter Motor nach Horgen zurück. Damit war definitiv besiegelt, dass wir die LC-Gesamtwertung gewonnen haben.
Unsere Etap im cm-Kampf (Bild SCUSZ)Obwohl viele andere Boote aufgaben, kämpften wir uns trotz der heissen Sonne sprichwörtlich "cm" um "cm" Richtung Stäfa weiter, in der Hoffnung, es komme noch ein feiner Wind auf, der uns zur ersten Boje, zur Zwischenwertung, bringen würde. Im Nacken permanent die LOU LOU, die beim letzten Rennen 5 sec. vor uns durchs Ziel fuhr.
Es blieb bei der Hoffnung. Punkt 16:00 Uhr läuteten die umliegenden Kirchenglocken den Regatta-Schluss ein. Von unserem Standort Männedorf konnten wir die erste Boje immerhin noch durch den Feldstecher erkennen. Ein kleiner und doch grosser Trost, viele konnten nicht mal dies. Von 88 gestarteten Booten kamen lediglich 44 zur ersten Boje, aus unserer Gruppe kein einziges.

Zurück in Horgen, folgte um 18:00 Uhr der verdiente Apero und die Rangverkündigung vom Kreuzerpokal. Peter, unser SC USZ-Präsident, gab uns die Ehre und nahm an den Feierlichkeiten teil. Nach dem Abendessen im schönen und grossen Clublokal startete um 21:00 Uhr die Rangverkündigung über den gesamten Langstecken-Cup: Nachdem wir in diesen 9 Regatten in insgesamt 3120 Minuten und 59 Sekunden (52h 0min. 59sec.) reiner Regatta-Zeit unser Bestes gaben, durften wir mit insgesamt 457 Punkten (knapp vor der FIFTY-FIFTY mit 445 Punkten, die die letzten 3 mal gewonnen hatte) stolz die grosse Wanderpokal-Zinnkanne für den 1. Platz entgegen nehmen!!! Es war eine riesige Freude, denn keiner von uns hatte anfangs Saison mit einem solchen Endergebnis gerechnet.
Im Anschluss an die Rangverkündigung erfolgte noch die Verlosung der 6 Sponsoren-Gutscheine im Betrage von je Fr. 1‘000.00, die bei einer Yachtvercharterung eingelöst werden können. Wir konnten es beinahe nicht glauben, denn wir wurden nochmals aufgerufen. Unser Los wurde gezogen und so gewannen wir obendrein noch einen solchen Gutschein... Die Freude war mehr als perfekt.
Zusammenfassend nach dieser ersten Regatta-Saison können wir vom Regatta-Team festhalten, dass es sich gelohnt hat, mit zu machen. Sicherlich ist es wunderschön, wenn man gewinnen kann, doch überhaupt die Teilnahme hat vieles gebracht. So konnte unter anderen Bedingungen einiges Neues dazu gelernt werden, neue Bekanntschaften sind entstanden, Nervenstärke und Spannung konnte erlebt und gelebt werden, die Stärke des Teamgeistes zeigte sich und beinahe 3121 Minuten frische Luft liess uns immer wieder vom Alltag entschwinden.

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